Archive for November, 2007

FallAufschlagDurchbruch

November 2, 2007

Ich verpasse den Moment. Denn zu viel Zeit ist vergangen, so dass die Worte ihre Kraft verlieren und erkalten. Dieses Kapitel muss somit für sich ruhen und bleibt verborgen. Nicht nur euch, sondern auch mir! Denn es hat sich viel geändert. Ein Ausflug, 12 Tage in “Einsamkeit”. Ich kehre zurück und alles ist anders. Ich erinnere mich nur seicht:

Er betritt eine kalte Bühne. Die Zuschauer wirken veraltet, arm und leer. Es ist dunkel hier… lässt sich nicht gut spielen. Denn der Applaus bleibt aus und es gibt keine Wiederholung, sondern nur Premieren. Und immer wieder bist du ihr einziger und erster “weisser” Schauspieler. Doch ich versuche meine Rolle gut zu spielen. Die Rolle des “Green-go’s”, der verstehen möchte. Doch ihr lasst mich nicht.

Warum sonst stehst Du jetzt hier vor mir. Ich esse und Du beginnst zu weinen. Du mit Deinen fast 90 Jahren in Deiner zerrissenen Pracht. Du mit Deinem hübschen Gesicht und der grazil verschrumpelten Haut. Lass mich sein und ein einziges Mal menschlich fühlen. Nein! Weine nicht. Bitte. Weine nicht. Mir ist nicht wohl! Und blicke mir nicht so tief in diese meine jungen Augen. Warum muss ich Dein Leid teilen?… Und Du? Nein, Du bist doch viel zu jung, um vor mir zu tanzen. Wo hast Du Deine Schuhe gelassen? Es ist doch zu kalt ohne. Und warum wirken Deine Lippen so trocken. Du bist 4 Jahre? Warum dann um 1.00 Uhr morgens hier vor mir?…Ich sehe Deinen verstümmelten Körper! Bitte unterlaase es, ihn mir so demonstrativ zu zeigen! Nein. Auch für Dich kein Geld.

Er betritt eine Bühne, die er schliesslich verlässt nur um in ein Regen zu fallen, der ihn innerlich erfreiern lässt und sein Herz durchnässt. Denn in 4.ooo Meter Höhe fallen die Dinge hier anders. Auch die Toten liegen anders…auf der Straße. Und Hunde fallen auch. Aufeinadner ein und zerfleischen sich. Komisch. Wisst ihr wie das klingt, wenn ein Hund zerbissen wird. Stirbt. Verziert von Blut. Und sein Welpe verloren dann beginnt zu weinen. Ich berühre Dich…und auch ich finde meine Träne. Nein, ich denke es sind wohl eher zwei, denn ich fühle auf jeder Wange eine. Wir trösten einander, ja? denn auch ich habe etwas wertvolles verloren. Nämlich mich. Aber lass mich Dich doch streichlen, jetzt wo Deine Mutter keinen Atem mehr verleben mag. Lausche doch, wie still es auf einmal ist. So lass mich Dich halten. Nur heute. Für diesen Moment. Und dafür schenkest Du mir Deine Nähe. Denn jetzt fühle auch ich mich einsam. Und falle erneut in ein Restaurant…in dem…mich…alle…anstarren. Ihr widert mich an. Hört auf zu starren ud eure Münder über mich zu ergötzen. Schweigt einfach. Seht ihr denn nicht euer Rinnsal. Seht ihr nicht den Dreck? Riecht ihr nicht den Tod? Fade schmeckt es. Trotzdem: Ich möchte Essen. Tief setze ich meine Kaputze. In ein Gesicht, dass auch mir gehört. Verbergen möchte ich mich und auch das, was sich meinem Blickfeld nicht entziehen kann. Und warum…ich möchte nicht aufessen. Mir ist schlecht. Bitte! Hört auf zu starren! Hört auf! Ich falle. taumelnd bestreite ich einen dunklen Weg voller Kreaturen…starrend…erfroren…tot…erscheint es mir. Dieser Lärm. Ich hasse euch dafür. Wo der Frieden nach dem ich mich so sehne? Möchte mir die Ohren ausstechen…und dann am liebsten noch die Augen gleich dazu. Wenn da nur nicht diese bestimmt sehr unerträgliche Schmerz wäre. Das Blut könnte mich wärmen von aussen. Denn in mir ist es mittlerweile zu kalt. Ich falle in einen Rausch…rauchend mit Alkohol versuche ich mich zu betäuben. Aber nicht zu viel. Denn ich weiss…ich kenne meine Grenze…und das geht schnell. Wie gesagt…ich bin doch sensibel! Oder gibt es vielleicht gar keine Grenzen? Im Norden Equador, im Süden Chile? Na dann gibt es sie wohl doch. Und es gibt auch noch andere Dinge…glaube ich? Weine ich etwa? Schon wieder! Hör auf! Wer bist Du? Ich falle. Aus mir heraus. Renne ganz schnell. Weil, wenn ich nur schnell genung laufe, dann schaffe ich es vor mir selbst zu fliehen. Dann lass ich mich zwar zurück…aber auch die anderen Sachen, oder? Ich renne. Auch ganz schnell. Mir stockt der Atem. Die Luft sie ist zu dünn. Also, doch nicht rennen. Ich falle.

Aber wann lande ich denn endlich. Ich lache Dich aus. Peru! Du Land aus Armut, Korruption und Tot. Verpestet bist Du. Wieviel Ekel kann ich nur für Dich empfinden. Ich falle, denn ich muss den Lärm immer hören…und…ach der Hund! Verzeih…ich wollte Dich nicht verschrecken! Schaust Du mich bitte noch einmal so tief an. So wie zuvor? Deine Augen tragen so viel Wärme in sich. Und ich brauche gerade so viel davon. Denn dieses meinige Herz erkältet sich hier mit jedem Tag ein bisschen mehr. Und ich kenne nicht seine Medizin. Aber Du wärmst mich. Machst Du es noch einmal, ja? Und er blickt mich noch einmal an. Und sanft und brüderlich streichel ich ihm über sein mutterloses goldenes Fell. Er wirkt stark. In all dieser grauen Kälte wirkt dieser kliene einsame Hund so stark. Und schenkt mir im richtigen Moment sein Herz, dass ich würdevoll in mir halte. Denn ich falle. Und endlich falle ich weich…in ein Bett aus Tränen. Denn ich erkenne erst jetzt…was Leid in dieser 3. Welt bedeutet. Bilder durchlaufen meinen Geist und auch ein Herz, das zu schrumpfen scheint. Ein Geist der zu erfrieren scheint, denn ich sehe hier nicht die Blüten, von denen so viele mir erzählt haben. Ich falle. Falle lange…in diesen Alptraum, den ich so lange für einen Traum hielt. Denn das hier will man nicht sehen. Du willst es nicht riechen. Du willst es nicht hören, fühlen und vor allem nicht sein.

Und ich falle in ein Koma. Und schalge auf…blutend…erfroren…voller Ekel und Leid mt einem Verlangen, mich noch einmal zu übergeben, um nur für einen Moment diese, so scheint es mir, weit entfernte Freihet zu spüren. Ich liege in einer Lache…und falle nicht mehr. Denn ein Sonnenstrhl kitzelt meine Stirn. Ich öffne meine Augen. Der Geist und ein Herz folgen…und ich falle…nicht mehr. Wärme durchströmt die kalten Gedanken der gestrigen Nacht. Ein Hund vor meinem inneren Auge. Salz glaube ich an ihnen zu spüren. Tränen einer verschollenen Nacht tief in meiner Seele. Rein rieche ich an den Tönen eines ohrenbetäubenden Todes. Und falle sanft in mich hinein…ein letztes Mal… denn ich bin anders.

Ein Traum, der mich in dieser streichelte…ein kleiner Eingel, der mich befreite und mich leicht machte. Wozu das alles? Verwirrend erklingt es Dir? Aber es zu erleben, ist noch schlimmer. So fühle ich nun anders…und dies ist nicht meine Welt. Sie wird es nie sein. Ich werde es nie ändern können. Ich bin eine Rolle und erkenne, sie anzunehmen. Blond. Werde nie ein Teil dieser Welt sein. Weil das bedeuten würde: Keine Bildung. Kein Essen. Keine Schuhe. Kein Zimmer. Kein Wasser. Kein…kein…kein…. Denn dies ist Peru. Deine 3. Welt. Aber so kann ich nicht leben. Und ich verstehe auf einmal. Diese Bühne auf der ich spiele. Hier darf ich nicht bleiben, denn ich gehöre nicht zu dem Ensemble. Ich erkenne es und erkenne mich. Der Sonnenstrahl auf meinem Gesicht! Und ich lächel. Und spüre Glück. Denn es ist nicht schlimm. dass ich hier nicht spielen kann. Ich bin nur Statist. Und meine Bühne ist woanders und wird es auch immer bleiben: Deutschland.

In dieser Nacht aus Übelkeit und Resignation finde ich mich in einem Andendorf namens “Huaraz”. ich finde mich und auch sie: Meine Rolle. Und schaffe es endlich. Denn dieser Gedanke war und ist der Schlüssel zu mir in dieser 3.Welt.

Durchbruch!