es sind nun 3 Stunden vergangen, seit meinem letzten Eintrag. Sie erscheinen mir wie Minuten. Scheinbar hat mich das Schreiben zum Nachdenken angeregt: Ich liege in meinem Bett, fixiere einen kleinen Punkt an meiner Decke. Erst ist sehr klein, doch es gelingt mit, vieles in ihn hineinzudenken. Alles strömt auf mich ein, die Stadt, das Zimmer, die Vergangenheit, Wünsche, Ängst, Freunde, verloren und gewonnen, Eltern, Universität, Tod, Leben, Freude, Sinn, Finden, Suchen, Welt, Kosmos, Ich, Du, Ihr, Wir, Regung, Entspannung, Idealismus, Narzismus, Ruhe, Geduld, Streit, Frieden, Untergang, Geburt, Liebe, Haß, Farbe schwarz, Farbe Wieß und das Dazwischen…und mein Geist verwandelt es in etwas anderes. Ein neues Konstrukt von ICH. Geballt in einen kleinen Punkt. Spüre ich eine Energie. Unterstützt von berauschenden Klänge einer fernen Musik, verfalle ich in Trance, die ich für verloren glaubte. Denn ich weiß auf einmal nicht mehr, was ich denke. Vielmehr spüre ich Regungen…ausser mir…inner mir…und fühle. Mich an etwas erinnert, dass schon fast verblasste. Doch was schlummert, wartet auf das Wecken. Der Punkt vor meinen Augen verschwindet, wird grau, vermischt sich mit einer Vision und allmählich hüllt sich meine Umwelt in ein Dunkel. Ich begreife…Dinge…anders…klarer und leichter…wie immer in diesen Momenten. Für einen Moment glaube ich körperlos zu sein, spüre Wärme und verfalle in eine tiefe innere Ruhe. Verworren bin ich in einem Gefühl von Omnipotenz und klarer Sicht über mich und meine Realität: Die Karte, die ich an meine Wand gepinnt habe, stellt Lima dar. Und jetzt erscheint sie mir so furchtbar klein…so schlicht…einfach…vergänglich und unwichtig. Wie alles in diesem Leben, steckt auch hier die Einzigartigkeit in ihrer Nichtigkeit…auf einer Dimension zwischen Nihilismus und Individualismus…einer Dimension zwischen Makrokosmos und Mikrokosmos. Diese riesige Stadt? So klein? Und ich gehe weiter in meinen Gedanken, die ich nun nicht mehr teilen mag. Denn sie sind einer Art, die manch einer missverstehen könnte…aber es erinnert mich an meinen Aufenthalt im Kloster…auf Kho Chang (Thailand) und auch in Deutschland. So wird es der eine oder andere dennoch verstehen können. Denn dieses Gefühl ist einzigartig…und es überrascht mich, dass ich es heute in meinem kleinen Zimmer so nah…so tief und so mächtig spüre…so wie noch nie zuvor. Und immer wenn ich es habe, weiss ich…die Dinge ändern sich…ich ändere mich
nicht nur in einer Sprache, sondern auch in einem Geist…
Tags: Meditation