EinBlick in mein Einblick

By namot

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Ich atme aus. Vor mir haucht sich ein weiterer Augenblick in Form von Qualm aus. Schleier aus Dunst vor meinen Augen. Schleierhaft erinnert es mich an etwas. Aber das nur nebenbei. Dies ist also mein Moment. Ich sitze. Es ist spät. Hier in Lima. Ich sitze in diesem Sessel und erlebe einen besonderen Moment. Ich zünde mein Zigarillo, denn das tue ich, wenn ich mich nach einem besonderen Moment fühle. Mein Herz lächelt. Mein Geist entspannt. Es war ein wundervoller Tag. Schade, dass die Sonne hier nicht scheint. Der Besuch am Meer wäre noch traumhafter gewesen. So viele Bilder darf ich hier ersehen. Ein Stück Welt erleben, die ich nie wieder sehen werde. Und ab Februar scheint dann auch in Lima wieder sie Sonne.

Bei Kerzenschein sitze ich hier. Maite, eine Spanierin, ist soeben ins Bett gegangen. Sie durchlebt eine Art frustrierenden Moment. 31 Stunden die Woche Uni. Das stört sie. Vor allem, wenn sie tagtäglich miterleben muss, wie ich nur 8 Stunden die Woche in die Uni gehe. Aber…”whatever brings you closer to your reality”.

Der Sessel ist weich in dem ich sitze. Er hat ein gestricktes peruanisches Muster: Linien verschiedenfarbig legen sich nebeneinander und umranden seltsam wirkende Muster aus Karos und Schlangen. So sitzen wenige hier. Aber irgendwie lebt es sich hier anders. In Lima. Vielleicht ist es dann auch egal worauf man sitzt. Man steht ja auch anders. Man redet anders. Man denkt anders. Und. Man lebt anders. Schon seltsam, wie schnell ich mich an diesen Rhytmus gewöhnen konnte. Aber der Mensch ist ja auch ein Spezialist im Nichtspezialisiertsein. Sagt mir mein Studium.

Kerze zu meiner rechten. Aber schreiben kann ich trotzdem, obwohl es recht dunkel ist in diesem Zimmer. Jetzt wo ich das Licht ausgemacht habe, verfalle ich in eine kleine Welt. Ich beschriebe sie gerade. In Pisco sind Kerzen das einzige Licht, das man hat. Kein Strom. Dafür aber ein Erdbeben. Tote. Hier in Lima gibt es überall Sammelstellen. So zahlreich wie es Stellen gibt, gibt es auch gespendete Waaren: Wasser, Essen, Kleidung, Geld und Hin und Wieder ein Zeichen von Nächstenliebe.

Ich puste die Kerze aus. Meine Zigarillo ist zu Ende geraucht. Meine Augen werden müde. Ich freue mich auf mein Bett. Denn es ist bequem. Und wenn ich dann morgens aus meinem Fenster blicke, sehe ich unseren Hauswächter. Ein guter Mann mit klarem Herzen.

Donnerstag wird gut sein. Wir fahren irgendwo hin und werden dort irgendwem helfen. 5 Tage helfen. Wie das wohl sein wird, frage ich mich. Ich erahne eine Antwort. Aber aussprechen möchte ich sie nicht.

Warm ist mein Herz. Hier in diesem Sessel. In einer kleinen Welt voller Geschichten. In diesem Irgendwo von Lima.

Ein letzter Zug an meinem Zigarillo. Und. Aus.

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